FORUM WERKSTATT STORIES ARCHIV KLEINANZEIGEN
 
Projekt Bitter SC mit M60B40 Motor

In der Werkstatt eines Freundes soll ein Klassiker aus den 80igern mit einem modernen Antrieb versehen werden. Es handelt sich um einen Bitter SC, welcher aus den USA reimportiert wurde. Blechmäßig wurde der Wagen bereits weitgehend in Ordnung gebracht. Nun steht der technische Umbau an.

Erich Bitter baute von 1981-1989 knapp 500 Exemplare seines Sportwagens mit dem Opel Senator A als Technik-Basis. Allein 3 davon stehen in unten zu sehender Werkstatt. Einer soll technisch auf einen modernen Stand gebracht werden. Dazu wurde ein E38 740iA von 1995 beschafft, welcher einige Komponenten, insbesondere natürlich den Antrieb spendieren sollen.




Zunächst eine Bestandsaufnahme. Ähnlich wie beim E28 stemmt sich ein imposantes Lenkgetriebe auf der Fahrerseite dem V8 Motor in den Weg. Die Achse selber würde noch genug Platz für die Ölwanne bieten. Der BKV steht auf den ersten Blick schön weit weg, hier also wenig Probleme.

Nach einigen Versuchen das Opel Lenkgetriebe zu versetzen, wurden  nach zahllosem Rein- und Rausheben des V8 Motors abgebrochen. Wie ihr im Foto sehen könnt, hielt eine E30 Vorderachse samt Querlenkern und Lenkgetriebe Einzug. Dazu wurden an die Längsträger des Bitters massive Aufnahmen verschraubt und für die Querlenker Gegenstücke an der Karosse verschweißt. Das Ganze ist auf einen Millimeter genau ausgerichtet und sieht erstmal sehr vielversprechend aus.

Es kommen E36 Federbeine aus einem 316ti Compact zum Tragen, welche grad verfügbar waren. Damit ist die Radposition sehr gut, der Sturz sieht nach Einsatz der Korrektur am Federbein schon ganz gut aus.

Die Federbeine haben ABS Sensoren, welche wir später noch brauchen werden.

Der Motor wurde auf der E30 Achse mit unveränderten Motorhaltern Typ 5 in Position 2 montiert. Der Stabilisator fehlt noch im Foto, wird natürlich noch Einzug halten.

 

Das Automatikgetriebe 5HP30 passt super in den Getriebetunnel. Die Getriebehalter wurden aus massivem Stahl gefertigt.

Die Opel Kardanwelle besitzt hinter dem Mittellager eine Hardyscheibe. Vorn reicht sie bis auf 5cm an das Getriebe heran.

Ein Adapterstück wird Lochkreise des BMW Getriebe und Opel Kardanwelle anpassen und gleichzeitig die fehlenden 5cm überbrücken.

Die Hinterachse ist ähnlich wie bei BMW mit Schräglenkern ausgeführt. Die Übersetzung des Differential gilt es noch zu ermitteln. Laut Internet Recherche 3,45:1, was ja keine schlechte Größe wäre.

Die Abgasanlage besteht beidseitig aus abgeänderten 4in2 Krümmern vom E38. Am Unterboden wird auf 2 x 67mm reduziert.

Der Motor hat aus meiner Sicht eine schöne Einbaulage. Er sitzt leicht zurückgesetzt und mittig im Motorraum.

Die Räder haben noch eine ET von 47mm, daher stehen sie vorallem vorn noch viel zu weit im Radkasten. Das wird sich mit den finalen Rädern samt Spurplatten noch ändern.

Der elektrische Anschluss ist mein Part. Der Opel Motorstecker ist mit 3 Pins sehr überschaubar. Dauerplus, Klemme 15 und Klemme 50, wobei letztere nicht funktioniert. Vermutlich ein Defekt am Zündschloss. Der Bitter hatte daher einen nachgerüsteten Startknopf. Nach kurzer Überlegung ob das Zündschloss instandgesetzt werden soll, bleibt es vorerst erstmal beim Startknopf.

Der 95er 740iA Motor mit 484er Steuergerät wurde zunächst von der EWS befreit. Dann wird eine Grundstromversorgung im Bitter hergestellt. Dazu wurde die Plusverteilung des E38 aus dem Batteriefach ausgebaut und an die Spritzwand des Bitters gesetzt. Somit stehen stabile Verhältnisse unter anderem auch für die in den Kofferraum gewanderte Batterie zur Verfügung.

Der Bitter Motorstecker wird fahrzeugseitig abgeschnitten und der 12 polige E38 Motorstecker fahrzeugseitig angelötet. Die vielen kleineren Stecker des BMW V8 Motors werden später noch etwas zurecht gestutzt.

Der elektrische Anschluss des Motors mit dem Automatikgetriebe ist nicht ganz trivial. Das Getriebe möchte natürlich eine verlässliche Speedinfo vom ASC Steuergerät haben, mal sehen ob die Signale der ABS Sensoren aus den E36 Federbeinen hier ausreichen.


Weiterhin muss natürlich der Programmschalter und die Ganganzeige verbaut und verkabelt werden.

Nachdem der Motor nun das erste Mal gedreht hat, sind wieder die Mechaniker am Zug und müssen Kühlsystem, Servolenkung, Kardanwelle und Abgasanlage vervollständigen, bevor es dann an den ersten Start und vielleicht eine Probefahrt im dritten Gang (Getriebenotprogramm) geht. Das Feintuning der Elektrik wird sicher noch eine richtige Nummer. Von funktionierenden Anzeigen im Opel Cockpit ganz zu schweigen.

Was man hier auf dem Foto gut sieht, die 316ti Federn sind mit dem Fahrzeug- und Motorgewicht noch etwas überfordert.






... wird fortgesetzt ...

tino@e30.de