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Andi: M3 Turbo














Hallo E30 Turbo Fans,

früher oder später kommt man den Punkt wo auch ein S62 einen nicht mehr vom Hocker reisst. Der Schub ist zwar nett und kräftig, aber ein richtiger Beschleunigungshammer setzt höchstens mal kurzzeitig in den unteren Gängen ein.

Abhilfe ist möglich. Die Aufladung mittels Turbolader sorgt für neue Leistungssphären. Youtube Videos von unseren norwegischen und schwedischen Leidensgenossen mit diversen Turboumbauten sind sicherlich der Grund dafür gewesen, es auch mal mit einem richtigen Dampf Motor zu probieren 

Die Auswahl des Basismotors ist eigentlich einfach. Der M50 Grauguß Block eines 325i E36 ist billig zu bekommen und hält einiges aus. Somit wurde mit Unterstützung einiger Berliner Turbospezies ein erster Testmotor zusammengesetzt. Der erste und zweite Motor hielt nicht besonders lange. Lehrgeld wegen falscher Komponentenwahl muss halt bezahlt werden. Jetzt sind wir auf der Zielgeraden, der aktuelle Motor hat richtig Druck und hält schon eine ganze Weile. Hier ein paar Daten:

M50 Grauguß Block

Kopf ohne Vanos
2.8er Welle, WISECO Kolben
Eagle Pleuel
ATENA mit Schneidringe Kopfdichtung
Kopfschrauben, Pleuelschrauben, Kurbelwellenschrauben in ARP Stehbolzen
Krümmer: Stoßaufladungskrümmer Eigenbau
Turbo Presicion 6262
LLK: Universal
TIAL Wastegate
1600er Einspritzdüsen
Steuergerät: noch K-DATA
Ladedruckanzeige
Abgastemperaturanzeige
Breitbandlambda
alles von Innovate
Leistung ca. 750PS bei 2 bar
76mm Abgasanlage mit 3 Universaltöpfen
Betriebsstoff: Ethanol
Gangabhängige Ladedruckregelung APEXI
offene Downpipe
E90 HBZ und BKV
315/294 Bremse mit 540i Sätteln

Nachdem die ersten Testmotoren noch in einem rostigen NFL durch die Gegend geflogen sind, wurde es dieses Jahr ein LowBudget M3 E30. Die M3 Karosse stand stark verunfallt jahrelang in meiner Halle rum. Als ich sie grad entsorgen wollte, bzw. den Dachaufsatz abschneiden wollte, kam ein alter Karosserieklempner vorbei uns sagte: "Bring mir das Teil mal für ne Woche vorbei. Und die beiden Schlacht E30 da draussen, brauch ich auch dazu". Naja eine Woche reichte nicht, aber nach 2 Monaten stand da wieder ein Auto ohne Knick im Dach. Okay, zwei andere E30 mussten Federn für Front und Heckschaden lassen. Aber für Rennzwecke erscheint das Ergebnis völlig ok.



Eine OMP Einschweisszwelle wurde mir dann preiswert mit krummer Karossere drum herum angeboten. Diese haben wir ausgeflext und in den M3 eingesetzt. Ein Tag dauerte allein das Abtrennen des Autos um den Käfig frei zu legen. 5 Sägeblätte und 10 große Trennscheiben waren die Verschleissteile dieses Arbeitsschrittes.

Die Karosse wurde dann in RAL weiss lackiert und mit einem leicht beschädigten DTM Dekor Satz versehen.

Der Motor stand schon bereit, nachdem wir Ihn in der rostigen NFL Karosse einigermaßen standfest hinbekommen hatten.

Das Fahrwerk wurde wegen guter Traktion und maximalem Restfederweg relativ weich abgestimmt. Die Bremse wurde preisgünstig mit Restteilen aus Tinos Lager zusammengestellt.

Das Fahrerlebnis ist für unbedarfte E30 Fahrer schon sehr ungewöhnlich und angsteinflössend. Ab dem dritten Gang kann man sich trauen den Ladedruck kommen zu lassen, wenn die Reifen warm genug sind und man sich traut. Dann setzt der Turbohammer bei ca. 120kmh und katapultiert den Wagen in Windeseile auf 200kmh, wo dann im vierten Gang der Turbo erneut zuschlägt. Der Horizont saugt das Auto quasi an, die Umgebung wird schlagartig unscharf, Tunnelblick setzt ein. Ein bisschen fühlt man sich wie Marty McFly im Film "Zurück in die Zukunft".

0 auf 100 kann kaum sinnvoll gemessen werden. 4-5 Sekunden sind je nach Glück am Gaspedal sicher machbar. 100 auf 200 dauert dauert ca. 5 Sekunden, gemessen bei 1.5 bar. Vmax ist nur bei 310kmh, trotz 2,65er Diff. Aber es ist halt ein 5 Gang Getriebe verbaut. Low Budget halt :-)

mfg Andi