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Tom: 325e

Eine Weihnachtsgeschichte

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot ausging, daß man seine Fahrweise der sich wandelnden Wetterlage anzupassen habe. Aber dieses Gebot blieb ungeachtet, da Anfang November und kalter Regen war. Und so geschah es auf der Autobahn im Verkehre des Feierabends. Da tat sich auf das Gaspedal ein viel zu starker Stoß, der da führte zum Kickdown der Automatic, weil sie aus dem Hause Getrag war, damit der Eta auf die linke Spur rase mit dem Sperrdifferential, seinem vertrauten Heckantriebe, das da rotierte.






Und als die Spur er wechselte, kam die Zeit, da das Heck dem Geradeauslauf nicht mehr folgte. Und es berührte zuerst zu seiner linken achtern, dann zuvorderst auf derselben Seit die Leitplanke aus Beton und krachte in diese stark hinein; denn es ward keine Kontrolle mehr, weil das Ungemach geschah allzu plötzlich. Und es waren viele in derselben Gegend auf den schmalen Spuren, die bar waren jedes Seitenstreifens. Und so geschah das Wunder, da sich niemand des Getöses scherte und dem Eta ward jeglicher Weg des Ausrollens nach rechts freigegeben. Und der Engel des ADAC trat zu ihm, da der Abschleppwagen leuchtete auf sein zerstörtes Antlitz; nun er ihn aufnahm auf seinem Rücken zu tragen in sein vermeintlich rostend Grabe.









Und der Karosseriemeister sprach tags darauf zu ihm: Siehe, ich verkündige nun große Kosten, die deinem Besitzer widerfahren werden; denn es ist zu großer Schaden. Und das hab zum Zeichen: Du wirst nicht finden das Geld genug auf einer Bank liegen. Und alsbald war da bei dem Besitzer große Trauer, die Vernunft gebot und sprach: Akzeptiere das Geschehen und nimm Abschied in Frieden; so entferne der Kennzeichen Siegel. Und so geschah es noch am selben Tage.









Der Freund im fernen Ort vernahm die Kunde vom Leid des Eta und sprach: So gehe nun zum lädierten Wagen und genau betrachte all die Schäden, die da aufgetan, sende mir denn die Zeugnisse, die du hast bereits gebannt im Lichte des Grauens vieler Bilder. Und folge meinen Geboten, die da den Abbau aller zerstörten Teile befehlen, um zu betrachten des inneren Kerns und mir zu senden mannigfalig Zeugnis davon. Als der ferne Freund, der von Amte war der Eigenschaft eines Fachmannes vom Bleche, es aber gesehen hatte, breitete er das Wort aus, daß es wird  sein von großem Lohne, zu beseitigen des Geschehens böse Spuren ohne Gefahr, der Armut anheim zu fallen. Und es war dem Besitzer ein großes Wohlgefallen und er machte sich auf zu besorgen alle nötigen Dinge, ob der wundersamen Wendung voll der Freude.









Und alle, die erfuhren von den neuerlichen Dingen, wunderten sich über das, was ihnen der Besitzer gesagt hatte. Tom aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in seinem Herzen, denn des Eta und sein Weg waren noch nicht bestimmt fürs Ende. Und der große Freund nahm den Wagen auf in seine Hände, ihn zu salben in der Ferne. Schon bald kehrte er mit dem Wunder der Heilung zurück und ward gepriesen und gelobet für sein großes Werk. Und der Besitzer vollendete dessen Schaffen in der Kürze der Zeit mit den Dingen, die da waren gut vorbereitet auf die Rückkehr an ihres Platzes Bestimmung. So zählte der Kalender bloß der Tage dreißig, die der Eta da nicht war gegenwärtig ihm zu dienen auf der Befahrung seiner Wege. Und Tom sah, daß all der Mühen gut und richtig waren. So ziehet er wieder dahin im treuen Eta, denn siehe: Es ist selige Weihnachtszeit!










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