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Pleuellagerwechsel

Nachfolgend ist das Wechseln der Pleuellager am M30 Motor beschrieben. Die Tätigkeiten sind an allen anderen Motoren gleich, nur die Ölpumpe ist etwas anders befestigt.

Der Pleuellagerwechsel stellt eine sinnvolle Arbeit zur Lebensverlängerung an unseren Motoren dar. Bei Laufleistungen um 200tkm ist er eigentlich Pflicht, aber auch bei jüngeren Motoren lohnt sich diese Maßnahme, wenn sich vielleicht gerade die Gelegenheit bietet. Die Investitionen halten sich in Grenzen, für einen M30B35 kostet der Satz Pleuellager 71,42 EUR*, dazu kommen 15 EUR für die Ölwannendichtung. 

Die Pleuellagerschalen zeigen schon bei Laufleistungen ab 150tkm Verschleisserscheinungen, die erste Schicht der 3-Schicht-Gleitlager ist dann schon angeschliffen. Bei sportlicher Fahrweise sind die oberen Schalen oft schon komplett durch die erste Schicht durch. Die Gefahr eines Lagerschadens, bei dem es im günstigsten Fall anfängt zu klappern, im schlechtesten aber das Pleuel durch den Motorblock rausschlägt steigt. Hier kann man mit einem einfachen Wechsel der Schalen frühzeit spätere Schäden anwenden und die Lebensdauer des Kurbeltriebs um weitere 150tkm verlängern. 

Motoren mit sehr hohen Laufleistungen (über 250tkm) und starkem Verschleiss an den Pleuellagern haben damit auch Schäden an den Kurbelwellenzapfen, hier reicht ein Pleuellagertausch nicht mehr.
 
Die Sport-Pleuellagerschalen für den M30 haben eine härtere Oberfläche und bewirken ein größeres Lagerspiel (wie bei den M-Motoren) und kosten rund 121,08 EUR*. Sie bringen durch geringere Reibungsverluste so einige PS. Solange noch lieferbar sollte man sie unbedingt den Serienlagern vorziehen. (Bezugsquelle: www.motorrevision.de)
Als erstes muss die Ölwanne demontiert werden. Danach die Ölpumpe, weil sie den Zugang zu den vorderen Pleuelstangen behindert.
Nun wird durch Drehung an der Kurbelwelle ein Zylinder in die günstige Lage gebracht um die Pleuelschrauben zu lösen. Dann kann der obere Teil vom Pleuel abgenommen werden. 
Um die andere Schale abnehmen zu können, wird der das Pleuel und damit der Kolben gegen OT gedrückt, der Motor etwas weitergedreht.
Nun kann das Pleuel am Kurbelwellenzapfen vorbei hochgezogen werden, und die Lagerschale entnommen werden.
Auf dem linken Bild sieht man die alten und neuen Schalen. Nun werden die neuen Schalen in das Pleuel eingesetzt. Vorher wird das Pleuel mit einem Lappen vom Öl befreit, die Schale wird also trocken eingesetzt.
Nachdem die Schale ordnungsgemäß und in der richtigen Lage (Nuten) ins Pleuel gelegt wurde, wird die Oberfläche des Lagers mit sauberem Öl benetzt. Nun wird das Pleuel wieder nach unten geschoben und durch hochziehen an den Kurbelwellenzapfen plaziert.
Die zweite Schale wird ebenfalls trocken eingesetzt und die Oberfläche anschließend mit etwas Öl benetzt. 
Vor dem Aufsetzen wird die Auflagefläche mit einem Lappen vom Öl befreit und das obere Teil des Pleuel wieder angesetzt. Auf die richtige Lage beim Aufsetzen ist zu achten.
Nachdem die Muttern gleichmäßig angesetzt wurden, werden sie mit dem vorgeschriebenen Drehmoment (52-57 Nm) angezogen.

Nun ist der erste Zylinder fertig. Bevor der nächste angefangen wird, sollte der Motor von Hand durchgedreht werden. Es sollte ein Ruckmoment zu überwinden sein bevor der Kurbeltrieb sich gelöst hat, aber danach sollte er relativ leicht durchdrehbar sein. Diesen Test sollte man unbedingt nach jeden fertigen Zylinder machen, somit können Fehler sofort erkannt und auch dem richtigen Zylinder zugeordnet werden können. Übrigens spürt man die Wirkung der Sportpleuellager nur im direkten Vergleich zu neu eingesetzten Serienpleuellagern. Das liegt daran, dass sich das Lagerspiel bei Motoren mit höherer Laufleistung eh schon vergrößert hat. Somit ist auch dir Wirkung im Fahrbetrieb nicht unbedingt spürbar,  jedoch bleibt man von Verlusten verschont, die durch neue Serienpleuellager entstehen würden. 

tino@e30.de
 
 

Preise für Lagerschalen von www.motorrevision.de, Stand 01/2003