Dies soll eine Anleitung sein, wie man beim M20 Motor die Kopfdichtung selbst wechseln kann und somit eine Menge Geld spart. Außerdem kann man diese Anleitung auch verwenden, wenn man einen neuen oder überarbeiteten Kopf montieren möchte. Ich selbst habe bei meinem 320i einen überholten Kopf montiert, deshalb beziehen sich alle Tipps und Bilder auf diesen Motor. Abgesehen von kleineren Unterschieden sollte man diese Anleitung jedoch bei allen M20 Motoren verwenden können. Wenn man den Kopf gleich wieder so montiert, wie man ihn heruntergenommen hat (also ohne Überholen), braucht man ca. 15-20 Stunden, wenn alles glatt läuft. Diese Teile solltet ihr euch zuvor besorgen: - ZK-Dichtung + ZK-Schrauben ca. 80.- € Sollte die Dichtung schon
so stark beschädigt gewesen sein, dass Öl im Kühlwasser
- bzw. umgekehrt – vorhanden ist, so sollte man auf jeden Fall das Öl
samt Filter sowie das Kühlwasser ersetzen. Jedoch empfiehlt sich das
auch, wenn ihr z.B. einen bearbeiteten Kopf
Dazu brauchen wir: - Motoröl, ja nach Qualität
5 Liter ca. 20 bis 40.- €
Dann benötigt ihr noch
folgende Werkzeuge:
So, dann legen wir mal los: - Als erstes solltet ihr das Öl und das Kühlwasser ablassen. Danach alle Verbindungen zum Kopf entfernen – sprich sämtliche Kabel, Schläuche etc. Am besten, ihr baut alle Kühlerschläuche samt Kühler komplett aus, so habt ihr viel mehr Platz zum Arbeiten und ihr verliert den Überblick nicht. Legt euch alle ausgebauten Teile am besten geordnet nebeneinander auf den Boden. So könnt ihr alles reinigen und vergesst auch nichts, wieder einzubauen. - Nehmt den Luffilterkasten raus, ebenso den Luftansaugschlauch und löst die vier Muttern an der Drosselklappe. Löst diese von der Ansaugbrücke und lasst ihn einfach runterhängen. - Nun noch die Benzinleitungen ab (langsam, oft ist noch etwas Druck drauf) und verschließt diese mit einem Stopfen. - Jetzt noch alle mechanischen Verbindungen lösen, sprich Gaszug und die Schlauch-/Kabelhalterung unter der Ansaugbrücke lösen. Nun sollte der Kopf von der
Fahrerseite aus gesehen ziemlich befreit sein. Jetzt gehen wir auf die
Beifahrerseite und entfernen die Zündkabelbrücke und drehen die
Zündkerzen heraus. Nun müsst ihr den Zündverteiler ausbauen,
anschließend den Spurdeckel für den Zahnriemen lösen und
bei Seite legen.
- Jetzt dreht ihr mit einer 22er Nuss vorsichtig am Kurbelwellenrad, bis die Markierung an diesem mit der Markierung am Motorblock übereinstimmt (Motor immer nur in Laufrichtung drehen – also von vorne gesehen das Kurbelwellenrad im Uhrzeigersinn verdrehen). - Vergewissert euch jetzt, dass am Nockenwellenrad die zwei Markierungen auch übereinstimmen. Ist dies der Fall, könnt ihr jetzt die Spannrolle lösen und den Zahnriemen vom Nockenwellenrad abziehen. Nun ist der Kopf von allen mechanischen und elektrischen Verbindungen befreit und ihr könnt den Ventildeckel abnehmen. Nun müsst ihr alle Zylinderkopfschrauben lösen, dann könnt ihr sie per Hand herausdrehen. Am besten ihr schmeißt sie gleich weg, damit ihr sie nicht mit den Neuen verwechselt. - Jetzt mit einem Gummihammer
oder ähnlichem dem Zylinderkopf kleine Schläge oberhalb der Kopfdichtung
verpassen, damit sich dieser leicht abheben lässt. Dazu am besten
zu zweit sein, denn der Kopf wiegt mit der Ansaugbrücke und den Abgaskrümmern
gute 40 Kilo…
- Jetzt entfernt erstmal die alte Dichtung und reinigt den Block gründlich von Rückständen, sowie die Kolbenböden von Ölverkrustungen (dabei aufpassen, dass kein Schmutz in die Bohrungen für das Öl und das Kühlwasser gelangt). Dies geht man am besten mit Stahlwolle an, wie man sie zum Reinigen von Backöfen verwendet, da diese keine Kratzer verursachen. Dasselbe macht ihr mit den Brennkammern im Kopf und den Ventilböden.
Jetzt empfehle ich euch, den Kopf zu überholen, wenn ihr ihn schon mal unten habt. Also Ventile ausbauen und einschleifen, neue Schaftdichtungen, oder wie bei mir neue Kipphebel samt Wellen und natürlich alle sonstigen Dichtungen. Wie man den Kopf überholt (Ventile einschleifen etc.) findet ihr hier auf e30.de auch in Anleitungen deutlich erklärt: Zylinderkopf
überholen
Ich habe an dieser Stelle einen bereits zuvor überholten Kopf eingebaut und konnte somit gleich weitermachen. Also, wenn ihr das alles habt, könnt ihr die neue Dichtung auf dem Block aufbringen und den Kopf wieder darauf setzen. Dabei müsst besonders darauf achten, dass das Rohr für die Kurbelwellengehäuse-Entlüftung wieder in die Ansaugbrücke passt. Nun könnt ihr die Kopfschrauben per Hand wieder anziehen. Nun müsst ihr so vorgehen: Unter diesem Link findet
ihr eine Datenbank der gängigen Motoren im E30:
Daraus könnt ihr die erforderlichen Anzugsmomente der Schrauben sowie die Reihenfolge entnehmen. Beispiel 320i Kat: Die Schrauben werden in vier Schritten von innen nach außen überkreuz angezogen 1. 40-45 Nm
Diese Daten müssten
zwar bei allen M20-Motoren zutreffen, schaut aber lieber noch mal
So, nun habt ihr schon das wichtigste. Jetzt könnt ihr den Zahnriemen wieder aufziehen und zwar so, dass die Markierungen für den OT nach wie vor übereinstimmen. Als Kontrolle den Motor einmal vorsichtig durchdrehen, um sicherzustellen, dass die Ventile keine Kolbenberührung verursachen. Spannrolle wieder anziehen und zwar so weit, dass man den Riemen um etwa 70-90° verdrehen kann. Jetzt wieder alles einbauen, am besten in derselben Reihenfolge, wie ihr die Teile rausgeschmissen habt. Wenn der Motor wieder mit Öl befüllt ist*, solltet ihr ein paar Tropfen davon durch die Zündkerzenbohrungen geben und die Kerzen draußen lassen. Nun noch einmal den Motor durchdrehen, anschließend mit Hilfe des Anlassers noch einmal ca. 20 Umdrehungen. Wenn keinerlei merkwürdige Geräusche aufgetreten sind, könnt ihr nun den Zusammenbau komplettieren und einen ersten Startversuch asolvieren (nur kurz, da noch kein Kühlwasser eingefüllt ist). Springt der Motor an, ist alles in Ordnung und ihr könnt das Kühlwasser einfüllen. Und wenn ihr alles richtig
gemacht habt, dann läuft er wieder :-)
Bevor ihr jetzt gleich Gummi gebt, den Motor erst einmal im Standgas warmlaufen lassen und noch mal alle Schrauben und auf Dichtheit kontrollieren (leichte Lehrlaufschwankungen legen sich nach den ersten 50-100 km wieder). Und fahrt nicht gleich wie die „g’sengte Sau“ sondern lasst es gemütlich angehen, sonst habt ihr nicht viel davon. Also viel Spaß beim Schrauben X-Terior So, das war’s dann, wenn es noch Fragen gibt, hier meine Email:
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